Die Jahresprämien für eine gute Haushaltsversicherung reichen laut Arbeiterkammer-Vergleich von rund 115 bis 269 Euro – mehr als das Doppelte für vergleichbare Leistung. Tarife mit Selbstbehalt sind im Schnitt rund 23 Prozent günstiger. Enthalten ist meist auch die wichtige private Haftpflichtversicherung.
Die Preisunterschiede bei Haushaltsversicherungen sind enorm: Für die beste Produktvariante inklusive Glasbruch reichen die Jahresprämien laut Arbeiterkammer-Vergleich von rund 115 bis 269 Euro. Wer vergleicht, zahlt für dieselbe Leistung oft nur die Hälfte.
Preisspannen laut Arbeiterkammer
| Variante | Jahresprämie |
|---|---|
| Beste Variante ohne Selbstbehalt (inkl. Glasbruch) | ca. 114–269 € |
| Mit Selbstbehalt (Ø 150 €, inkl. Glasbruch) | ca. 103–242 € |
Tarife mit Selbstbehalt sind im Schnitt rund 23 % günstiger; wer 100 bis 200 Euro Selbstbehalt akzeptiert, spart bis zu 25 % der Prämie.
Was deckt die Haushaltsversicherung?
- Wohnungsinhalt gegen Feuer, Leitungswasser, Sturm, Einbruch, Glasbruch.
- Meist inklusive: private Haftpflichtversicherung – eine der wichtigsten Absicherungen überhaupt.
Worauf beim Vergleich achten?
- Versicherungssumme realistisch am Neuwert des Hausrats orientieren (Unterversicherung vermeiden).
- Deckungsumfang vergleichen: grobe Fahrlässigkeit, Wasserschäden, Fahrräder, Wertsachen-Grenzen.
- Selbstbehalt bewusst wählen (Ø 23 % Ersparnis).
- Haftpflicht-Versicherungssumme prüfen – großzügig dimensionieren.
Was beeinflusst die Prämie?
Die Haushaltsversicherung deckt den beweglichen Wohnungsinhalt und enthält in Österreich üblicherweise die wichtige Privathaftpflicht. Ihre Prämie hängt von mehreren Faktoren ab:
- Wohnfläche und die daraus abgeleitete Versicherungssumme (Neuwert des gesamten Hausrats).
- Wohnort und Risikozone – etwa Einbruchshäufigkeit oder Hochwassergefahr.
- Selbstbehalt: Tarife mit Selbstbehalt sind laut Arbeiterkammer im Schnitt rund 23 % günstiger.
- Gewählte Bausteine wie Glasbruch, Fahrräder, Elementar oder die Deckung grober Fahrlässigkeit.
- Höhe der Haftpflicht-Versicherungssumme in der inkludierten Privathaftpflicht.
Leistungen & Deckungen im Detail
Die folgenden Gefahren sind bei einer guten Haushaltsversicherung typischerweise abgedeckt:
| Gefahr / Leistung | Enthalten |
|---|---|
| Feuer, Blitzschlag, Explosion | Standard |
| Leitungswasser / Rohrbruch | Standard |
| Sturm & Hagel | Standard |
| Einbruchdiebstahl & Raub | Standard |
| Glasbruch | meist als Baustein |
| Grobe Fahrlässigkeit | im Top-Tarif oft 100 % – gezielt nachfragen |
| Private Haftpflicht | üblicherweise inkludiert |
Nahezu alle Versicherer bieten die Deckung grober Fahrlässigkeit inzwischen zu 100 % an – zumindest in ihren Top-Tarifen. Ein vom Obersten Gerichtshof genanntes Beispiel für grobe Fahrlässigkeit ist etwa, Fett in einem Topf zu erhitzen, die Wohnung zu verlassen und sich auf dem Rückweg mit der Nachbarin zu unterhalten. Für die inkludierte Privathaftpflicht wird heute eine Mindest-Versicherungssumme von 1,5 Mio. Euro mit weltweiter Deckung empfohlen (Quelle: Arbeiterkammer).
Rechenbeispiel: 90-m²-Wohnung 2026
Der Arbeiterkammer-Vergleich für eine 90-m²-Wohnung zeigt die enorme Spanne. Für die beste Produktvariante ohne Selbstbehalt (inklusive Glasbruch) reichen die Jahresprämien von rund 114 Euro beim günstigsten Anbieter (VAV) bis 268,73 Euro beim teuersten (Wiener Städtische). Mit Selbstbehalt (100 bis 300 Euro, im Schnitt 150 Euro) sinken sie auf rund 102,60 bis 241,85 Euro. Für vergleichbare Leistung zahlt man beim teuersten Anbieter also mehr als das Doppelte – ein klarer Fall fürs Vergleichen.
Lohnt sich ein Selbstbehalt?
Ein vereinbarter Selbstbehalt senkt die Prämie im Schnitt um rund 23 %; wer 100 bis 200 Euro Selbstbehalt akzeptiert, spart bis zu 25 % der Jahresprämie. Sinnvoll ist das vor allem für Haushalte, die selten kleine Schäden melden – der laufende Prämienvorteil überwiegt dann den gelegentlichen Eigenanteil im Schadensfall.
So wechseln Sie richtig
- Bestehende Polizze sichten: Prämie, Versicherungssumme, Selbstbehalt und Hauptfälligkeit notieren.
- Gleiche Leistung vergleichen, nicht nur den Preis – Deckungsumfang, grobe Fahrlässigkeit und Haftpflichtsumme einbeziehen.
- Kündigungsfrist einhalten: Zugang beim Versicherer meist einen Monat vor der Hauptfälligkeit.
- Wechsel lückenlos gestalten, damit der neue Schutz beginnt, bevor der alte endet.
Häufige Fehler – worauf achten?
- Unterversicherung: die Versicherungssumme am aktuellen Neuwert des Hausrats orientieren.
- Grobe Fahrlässigkeit nicht zu 100 % gedeckt – diese Leistung ausdrücklich verlangen.
- Haftpflichtsumme zu niedrig – mindestens 1,5 Mio. Euro, besser mehr.
- Doppelversicherung: Eine separate Privathaftpflicht ist meist überflüssig, wenn sie schon in der Haushaltsversicherung enthalten ist.
Die inkludierte Privathaftpflicht
Ein oft unterschätzter Vorteil der österreichischen Haushaltsversicherung: Sie enthält üblicherweise die private Haftpflichtversicherung – eine der wichtigsten Absicherungen überhaupt. Sie deckt Schäden, die Sie oder Ihre Familienmitglieder Dritten zufügen, weltweit und bis zur vereinbarten Versicherungssumme. Weil Personenschäden – etwa lebenslange Renten – existenzbedrohend teuer werden können, sollte die Haftpflichtsumme großzügig bemessen sein: empfohlen werden mindestens 1,5 Mio. Euro, besser mehr.
Fahrräder und Wertsachen – Grenzen beachten
Fahrräder sind über die Haushaltsversicherung meist nur bei Einbruchdiebstahl aus der Wohnung gedeckt, und das oft nur bis zu einem niedrigen Prozentsatz der Versicherungssumme. Diebstahl unterwegs ist in der Regel nicht enthalten – für teure Räder und E-Bikes lohnt sich eine eigene Fahrradversicherung. Auch für Wertsachen wie Schmuck, Bargeld oder Sammlungen gelten Sublimits; prüfen Sie diese Grenzen und stocken Sie sie bei Bedarf auf.
Im Schadensfall richtig handeln
Nach einem Einbruch verständigen Sie umgehend die Polizei und erstellen eine Stehlgutliste; melden Sie den Schaden unverzüglich Ihrem Versicherer. Dokumentieren Sie Schäden mit Fotos und Belegen und ergreifen Sie zumutbare Maßnahmen zur Schadenminderung. Die Einhaltung dieser Obliegenheiten ist Voraussetzung für die volle Leistung – wer sie grob verletzt, riskiert eine Kürzung.
Haushaltsversicherung für Mieter und Eigentümer
Wer zur Miete wohnt, braucht in der Regel nur die Haushaltsversicherung – das Gebäude selbst versichert der Eigentümer über eine Eigenheim- oder Gebäudeversicherung. Wohnungseigentümer:innen sind über die Gemeinschaft (Eigentümerversammlung) meist für das Gebäude mitversichert und benötigen zusätzlich die Haushaltsversicherung für den eigenen Inhalt. In Wohngemeinschaften lohnt sich der Blick in die Bedingungen, welche Personen und Gegenstände tatsächlich mitversichert sind.
Neuwert oder Zeitwert – ein häufiger Streitpunkt
Gute Haushaltsversicherungen ersetzen beschädigte oder gestohlene Gegenstände zum Neuwert, also zu den Kosten für eine gleichwertige Neuanschaffung. Ältere oder schwächere Tarife leisten dagegen teilweise nur den Zeitwert, der die Abnutzung berücksichtigt und deutlich niedriger ausfallen kann. Achten Sie beim Vergleich ausdrücklich auf die Neuwertentschädigung – sie entscheidet im Schadensfall über die Höhe der Auszahlung.
Kombivorteil mit weiteren Sparten
Wer Haushalts-, Eigenheim- und Kfz-Versicherung beim selben Anbieter bündelt, erhält häufig einen Bündelrabatt. Rechnen Sie den Gesamtpreis dennoch gegen Einzelabschlüsse gegen – ein Paket ist nur dann günstiger, wenn jeder einzelne Baustein wettbewerbsfähig ist. Die Arbeiterkammer empfiehlt, die Haushaltsversicherung ohnehin alle ein bis zwei Jahre zu überprüfen, weil sich Prämien und Leistungen laufend ändern und ein Wechsel bei mehr als 100 % Preisunterschied schnell mehrere hundert Euro spart.
Haushaltsversicherung vergleichen →AnzeigeWerbung · Provision bei Abschluss, für Sie ohne Mehrkosten.