Die private Krankenversicherung ergänzt die gesetzliche: Der Wahlarztschutz erstattet Behandlungen bei Ärzten ohne Kassenvertrag (ab ca. 25 €/Monat), die Sonderklasse deckt Ein- bis Zweibettzimmer und kürzere OP-Wartezeiten im Spital (ab ca. 50–80 €/Monat). Ein Selbstbehalt senkt die Prämie deutlich.
Die private Krankenversicherung ergänzt die gesetzliche Krankenversicherung um Wahlarzt-Behandlungen und die Sonderklasse im Spital. Sie verkürzt Wartezeiten und erweitert die freie Arztwahl.
Was kostet sie? (30 J., Richtwerte 2026)
| Tarif | Prämie/Monat |
|---|---|
| Wahlarzt (ambulant) | ab ca. 25 € |
| Sonderklasse (stationär) | ab ca. 50–80 € |
| Komplettschutz | ca. 148 € |
Was ist der Unterschied?
- Wahlarzt: erstattet 80–100 % der Kosten bei Ärzten ohne Kassenvertrag – längere Behandlungszeiten, kürzere Wartezeiten.
- Sonderklasse: Ein- bis Zweibettzimmer und deutlich kürzere OP-Wartezeiten im Krankenhaus.
Ein Selbstbehalt (z. B. 1.000–2.000 € pro Jahr) senkt die Prämie um bis zu 50 %. Ein realistisches Wahlarzt-Budget liegt bei rund 1.300–1.400 € pro Jahr.
Wahlarzt und Sonderklasse – der Unterschied
Die private Krankenversicherung setzt an zwei Stellen an. Der Wahlarztschutz betrifft die ambulante Behandlung: Er erstattet 80 bis 100 % der Kosten bei Ärzt:innen ohne Kassenvertrag, meist bis zu einer Jahreshöchstleistung von rund 1.500 bis 5.000 Euro. Vorteile sind freie Arztwahl, längere Behandlungszeiten und kürzere Wartezeiten auf Termine. Die Sonderklasse betrifft die stationäre Behandlung im Spital: Ein- bis Zweibettzimmer, freie Arztwahl im Krankenhaus und deutlich kürzere Wartezeiten auf planbare Operationen. Viele Versicherte kombinieren beides zu einem Komplettschutz.
Was beeinflusst die Prämie?
Die Prämie hängt stark von Alter, Gesundheitszustand, Bundesland und dem gewählten Leistungsumfang ab. Weil die Prämie mit dem Eintrittsalter steigt und lebenslang mitläuft, ist ein früher Abschluss in gesunden Jahren meist deutlich günstiger. Die wichtigsten Faktoren:
- Eintrittsalter – der stärkste Preishebel.
- Gesundheitszustand und Vorerkrankungen – sie können Zuschläge oder Ausschlüsse auslösen.
- Leistungsumfang (reiner Wahlarzt, Sonderklasse oder Komplettschutz).
- Selbstbehalt und Jahreshöchstleistung.
Kosten 2026 im Detail
Aktuelle Vergleiche (2026) nennen für eine 30-jährige Person je nach Deckung rund 70 bis 215 Euro pro Monat: reiner Wahlarztschutz etwa 70 bis 125 Euro, Wahlarzt plus Sonderklasse rund 70 bis 190 Euro und der Komplettschutz mit voller Sonderklasse rund 150 bis 215 Euro (Quelle: durchblicker, Anbietervergleiche). Einzelne Basis- oder Unfall-Bausteine sind deutlich günstiger – eine Sonderklasse nach Unfall ist teils schon ab rund 8 Euro pro Monat erhältlich. Ein Selbstbehalt zwischen 0 und rund 1.500 Euro pro Jahr senkt die Prämie erheblich – bis zu 50 % sind möglich. Ein realistisches Wahlarzt-Budget liegt für die meisten Versicherten bei rund 1.300 bis 1.400 Euro pro Jahr; daran lässt sich die passende Jahreshöchstleistung orientieren.
Gesundheitsprüfung, Wartezeiten & Ausschlüsse
Vor Abschluss steht eine Gesundheitsprüfung mit Gesundheitsfragen. Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen führen, weshalb sich der Abschluss in jungen, gesunden Jahren lohnt. Für bestimmte Leistungen – etwa Geburt oder psychotherapeutische Behandlung – gelten Wartezeiten. Wichtig: Die private Krankenversicherung ist eine Ergänzung zur gesetzlichen Pflichtversicherung (ÖGK, BVAEB oder SVS), kein Ersatz. Die medizinische Grundversorgung bleibt in jedem Fall über die gesetzliche Krankenversicherung bestehen.
So finden Sie den passenden Tarif
- Bedarf klären: Ist Ihnen freie Arztwahl ambulant wichtig (Wahlarzt) oder vor allem der Komfort im Spital (Sonderklasse)?
- Jahreshöchstleistung realistisch am erwarteten Wahlarzt-Budget ausrichten.
- Selbstbehalt bewusst wählen, um die Prämie zu steuern.
- Leistungen vergleichen, nicht nur den Preis – Erstattungssätze, Ausschlüsse und Zimmerkategorie zählen.
- Früh abschließen, solange die Prämie niedrig und die Gesundheit gut ist.
Häufige Fehler – worauf achten?
- Zu spät abschließen: Jedes Jahr erhöht die Einstiegsprämie.
- Jahreshöchstleistung zu niedrig – teure Wahlarztjahre sind dann nicht voll gedeckt.
- Selbstbehalt ungenutzt lassen, obwohl er die Prämie stark senken kann.
- Nur auf den Preis achten statt auf Erstattungssätze und Ausschlüsse.
Für wen lohnt sich die private Krankenversicherung?
Besonders attraktiv ist die private Krankenversicherung für alle, denen freie Arztwahl, kurze Wartezeiten und mehr Komfort im Spital wichtig sind – etwa Familien, Selbstständige und Menschen mit planbaren Behandlungen. Wer regelmäßig Wahlärzt:innen aufsucht, gleicht mit dem Wahlarztschutz die Differenz zur gesetzlichen Erstattung aus. Wer Wert auf ein Ein- bis Zweibettzimmer und kürzere OP-Wartezeiten legt, ist mit der Sonderklasse gut beraten.
Wahlarzt-Erstattung – ein Beispiel
Die gesetzliche Krankenkasse erstattet bei Wahlärzt:innen nur rund 80 % jenes Betrags, den ein Kassenvertrag gekostet hätte – nicht des tatsächlichen Honorars. Die oft erhebliche Differenz übernimmt die private Wahlarztversicherung bis zur vereinbarten Jahreshöchstleistung. Genau diese Lücke macht den Wahlarztschutz für viele Versicherte wertvoll.
Prämienentwicklung im Alter
Die Prämie steigt mit dem Eintrittsalter und langfristig auch mit der allgemeinen Kostenentwicklung im Gesundheitswesen. Ein früher Abschluss sichert daher eine niedrigere Einstiegsprämie und vermeidet spätere Zuschläge wegen zwischenzeitlich aufgetretener Vorerkrankungen. Prüfen Sie vor Abschluss, wie sich die Prämien im Alter voraussichtlich entwickeln, und planen Sie den Beitrag langfristig ein.
Zusatzleistungen: Zahn, Heilbehelfe und Vorsorge
Viele private Krankenversicherungen lassen sich über den reinen Wahlarzt- und Sonderklasseschutz hinaus erweitern. Häufige Zusatzbausteine sind Leistungen für Zahnbehandlung und Zahnersatz, für Heilbehelfe wie Brillen, Kontaktlinsen oder Hörgeräte sowie erweiterte Vorsorgeuntersuchungen. Diese Bausteine erhöhen die Prämie, können sich bei entsprechendem Bedarf aber rechnen. Vergleichen Sie die jeweiligen Erstattungsgrenzen, da sie sich zwischen den Anbietern deutlich unterscheiden.
Steuerliche Aspekte
Prämien zur privaten Krankenversicherung sind in Österreich steuerlich nur noch sehr eingeschränkt absetzbar – die früheren „Topf-Sonderausgaben“ sind ausgelaufen. Ein Steuervorteil sollte daher nicht der Hauptgrund für den Abschluss sein. Entscheidend sind vielmehr der konkrete Leistungsbedarf, die freie Arztwahl und der Komfort im Spital. Kalkulieren Sie den Beitrag als dauerhafte, mit dem Alter steigende Ausgabe.
Kinder und Familien mitversichern
Für Kinder sind die Prämien der privaten Krankenversicherung vergleichsweise niedrig, und ein früher Abschluss im gesunden Alter sichert günstige Konditionen ohne Risikozuschläge. Viele Anbieter führen Kinder über einen Familienbaustein oder eine eigene, günstige Kinderpolizze. So profitiert der Nachwuchs bereits von Wahlarztleistungen und – im Spital – von der Sonderklasse. Prüfen Sie, ob Neugeborene ohne erneute Gesundheitsprüfung in einen bestehenden Familienvertrag aufgenommen werden können.
Krankenversicherung vergleichen →AnzeigeWerbung · Provision bei Abschluss, für Sie ohne Mehrkosten.